Die Systemische Hyposensibilisierung – eine neue Perspektive auf chronische Erkrankungen
Die Systemische Hyposensibilisierung (SHS) ist ein neuartiges, wissenschaftlich fundiertes Therapieverfahren, das auf die tiefere Ursache chronischer Erkrankungen wie Neurodermitis, Asthma oder Allergien zielt: die Überempfindlichkeit der sensorischen Reizverarbeitung im Gehirn, genauer gesagt im Zwischenhirn.
Viele dieser Erkrankungen betreffen zwar Haut, Atemwege oder Schleimhäute – entstehen aber nicht dort. Die SHS setzt nicht an den Symptomen an, sondern an der Wurzel: einer unbewusst überaktiven Reizverarbeitung bei hochsensitiven Menschen.
Die wissenschaftliche Grundlage: Sensory Processing Sensitivity (SPS)
Im Mittelpunkt der SHS steht das Konzept der Sensory Processing Sensitivity (SPS) – auf Deutsch: Sensorische Verarbeitungsempfindlichkeit. Menschen mit hoher SPS nehmen Reize intensiver wahr, verarbeiten sie tiefer – und sind dadurch anfälliger für Reizüberflutung, Stressreaktionen und in der Folge auch für psychosomatische oder immunologische Erkrankungen.
Unsere Pilotstudie zeigt:
Ein signifikanter Zusammenhang besteht zwischen SPS und der Entstehung von Neurodermitis, Asthma bronchiale und allergischer Rhinokonjunktivitis.
Die SHS nutzt dieses Wissen, um das Nervensystem gezielt systemisch zu entlasten – durch individuelle, nichtmedikamentöse therapeutische Interventionen, die auf den emotionalen, kognitiven und psychosozialen Kontext der Betroffenen abgestimmt sind.
Für wen ist SHS geeignet?
Die SHS richtet sich an:
- Eltern von Kindern mit atopischen Erkrankungen (z. B. Neurodermitis)
- Hochsensitive Erwachsene, die unter chronischer Erschöpfung, Reizüberflutung oder psychosomatischen Symptomen leiden
- Therapeut:innen und Ärzt:innen, die ihre Behandlungsansätze um eine systemische Perspektive erweitern möchten
Wie läuft eine SHS ab?
Die SHS besteht aus mehreren strukturierten Phasen:
- Erkennen – Erhebung der individuellen SPS, Reizfaktoren und psychosozialen Muster
- Verstehen – Aufklärung über das Zusammenspiel von Hochsensitivität und chronischer Erkrankung
- Entlasten – individuelle Strategien zur Reizreduktion, inneren Entkopplung und systemischen Entlastung
- Stabilisieren – Integration der neuen Balance in Alltag, Familie und Lebensführung
Das Ziel ist eine dauerhafte Entlastung des neuronalen Reizsystems – und damit eine nachhaltige Besserung der Beschwerden.
Was SHS von herkömmlichen Therapien unterscheidet
Die klassische Medizin konzentriert sich häufig auf das sichtbare Symptom. Die SHS fragt:
Warum reagiert der Körper eigentlich so überempfindlich?
Während die konventionelle Hyposensibilisierung mit Allergenen arbeitet, geht die Systemische Hyposensibilisierungtiefer: Sie entkoppelt emotionale, soziale und biografische Reizverstärker und beruhigt die Grundspannung im Reizverarbeitungssystem.
Das macht die SHS nicht zur Alternative, sondern zur Erweiterung bestehender Therapien – mit dem Ziel echter Ursachenbehandlung.
Unser Ziel: SHS als Teil einer ganzheitlichen Gesundheitsversorgung
Damit SHS vielen Menschen helfen kann, muss sie wissenschaftlich weiter untersucht, dokumentiert und verbreitet werden. Genau daran arbeiten wir im AK SHS – und setzen uns dafür ein, dass die Methode künftig als erstattungsfähige Leistung anerkannt wird.
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